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Einsatzbericht Covid-19 Nr. 1

Lage Schweiz / International bis 29.03.2020

Das «Coronoa Virus» hat bereits Ende des Jahres 2019 in China, mutmasslich in Wuhan, den Weg auf den Menschen gefunden. Seit diesem Zeitpunkt breitet sich das Virus laufend aus. In der globalisierten Welt fand das Virus innert weniger Monate den Weg in die ganze Welt.

Insgesamt weisen über 200 Länder oder Regionen bestätigten Ansteckungen mit dem neuen Coronavirus auf.

In Italien gibt es mehr als 101’500 bestätigte Coronavirus-Fälle, davon sind über 11’500 Menschen verstorben. In Europa ist auch Spanien und das Elsass ein Brandherd.

Weltweit sind mehr als 650’000 Ansteckungen mit dem neuen Coronavirus gemeldet. Über 37’500 Menschen sind daran verstorben.

Für die meisten Menschen verläuft die Krankheit mild. Jedoch können vor allem Personen ab 65 Jahre und solche mit Vorerkrankungen einen schweren verlauf erleiden.

Die Anzahl Erkrankungsfälle von COVID-19 nimmt in der Schweiz rasch zu. Aktueller Stand sind knapp 15’000 positiv getestete Fälle. Bisher traten 257 durch COVID-19 verursachte Todesfälle in der Schweiz auf.

Stand 29.03.2020, 18:00 Uhr

Um optimal auf die vorherrschende Situation reagieren zu können, wurden in der ZSO Bachtel ab dem 28.02.2020 intensiv Vorbereitungen getroffen, um in der Notlage die Bevölkerung optimal zu unterstützen.

Vorbereitungsarbeiten 28.02.2020 bis 06.03.2020

Das Virus erreichte im Februar Europa. Erst wurden Fälle in Italien gemeldet, dann in Deutschland. Es war nur eine Frage der Zeit bis das Virus in der Schweiz ankommt und sich verbreitet.

Alarmiert von den Zahlen in Asien und Italien nahm am 28. Februar das Kommando der ZSO Bachtel die Arbeit auf. Es galt, sich vorzubereiten, um im Notfall prioritär dem Gesundheitswesen Unterstützung anbieten zu können. Der Regionale Führungsstab (RFS) Bachtel, der unter der Leitung von Stabschef Daniel Schmid ist, wurde mit einbezogen, da das Ereignis mit grosser Wahrscheinlichkeit die Koordination des RFS erfordern wird.

Die Stelle des Stabschef RFS wurde im Sommer 2019 vergeben. Der RFS hat sich bis dato nie gesehen. Eine «Übungsphase» war in diesem Moment nicht mehr möglich. Am Abend des 05. März traf sich der RFS zum ersten Mal komplett. Diese «Kick-Off Veranstaltung» war seit langem geplant und wurde genutzt, um die Bedürfnisse der einzelnen Teilnehmer abzufragen. Die Besetzung des RFS sind alle Blaulichtorganisationen, die ZSO Bachtel, das Gesundheitswesen (Altersheime / Spitex-Organisationen) sowie die technischen Betriebe der Gemeinden.

Die Meldungen in den Medien zum neuen Coronavirus überschlugen sich bereits in dieser Zeit und es wurde über die Wochen klar, dass ein Einsatz der ZSO Bachtel nicht nur eine Planung sein wird. In dieser Phase hat das Kommando der ZSO ein neues Einrückungskonzept entwickelt. Man muss sich vorstellen, wenn im Maximalfall 350 Personen auf einmal aufgeboten werden, benötigt man gerade in diesem Pandemiefall eine Triage, um Gesunde von Kranken oder potentiell ansteckenden Personen trennen zu können. Dieses Konzept wurde umgesetzt und es sollte am 06.03 März das erste Mal zum Einsatz kommen.

Alarmierung 06.03.2020

Am Freitag, 06. März 2020 um 16:00 Uhr wurden alle Offiziere und höheren Unteroffiziere per Notfallaufgebot (SMS) alarmiert und zu einem Koordination- und Vorbereitungsrapport am Montag 09. März 2020 aufgeboten. Es galt, das höhere Kader der ZSO Bachtel auf den neusten Stand zu bringen und allen klar zu machen – es ist keine Übung!

Koordination- und Vorbereitungsrapport 09. März 2020

Am Montag 09. März 2020 im Verlaufe des Nachmittags rückten 32 Offiziere und Unteroffiziere der ZSO Bachtel ein. Die Triage wurde gemäss Vorbereitung durchgeführt. Von den aufgebotenen Kadern mussten 7 AdZS wegen Krankheit wieder nach Hause geschickt werden.

Im weiteren Verlauf des Rapports informierte das Kommando über die Begebenheiten und neue Weisungen des Kantons und der Gemeinden welche uns als ZSO im Kanton Zürich betreffen.

Danach wurde die Verfügbarkeit der Offiziere und höheren Unteroffiziere aufgenommen, um bereits eine grobe Planung für die nächsten 2 Monate innerhalb des oberen Kaders machen zu können.

Vorbereitungsarbeiten 10. März 2020 bis 12. März 2020

Der Virus war schon lange in der Schweiz angekommen. Das Tessin war betroffen und auch in der Deutschschweiz wurden die ersten Fälle gemeldet. Um den wachsenden Berg von Vorbereitungsarbeiten zu bewältigen wurde das kleine Detachement, welches bereits vom 28. Februar 2020 bis zum 06. März 2020 im Einsatz war, mit zwei 2 zusätzlichen Offizieren der ZSO Bachtel unterstützt.

Im Zeitraum vom 10. März 2020 bis zum 12. März 2020 wurde vor allem das Einrückkonzept verfeinert, Einsatzplanungen erstellt sowie Vorbereitungen für den Stabschef erledigt.

Am Mittwoch dem 11. März 2020 eine Sitzung mit allen Altersheimen und Spitex-Organisationen im Verbandsgebiet der ZSO Bachtel zur Abstimmung eines gemeinsamen Vorgehens abgehalten. Dem Kommando war es ein Anliegen, die Bedürfnisse des Gesundheitswesens so früh wie möglich abholen zu können. Wo kann die ZSO Bachtel unterstützen? Wie viele Personen braucht ihr in welchem Szenario? Ab diesem Zeitpunkt steht die ZSO in engem Kontakt zu den Partnern, um schnell und effizient reagieren zu können bei Bedarfsfällen. Denn nach dem damaligen Wissen war nicht die Frage ob wir zum Einsatz kommen; sondern wann.

Ebenfalls am Mittwoch dem 11. März 2020 wurde ein Antrag zur Ausweitung des Einsatzes unter Zunahmen von zusätzlichen Mitteln der ZSO Bachtels für den Zeitraum bis zum 22. März 2020 an die Gemeinde gestellt. Der Antrag zur Ausweitung des Einsatzes wurde am 13. März 2020 genehmigt. Mit diesen Mitteln konnte die nächste Phase eingeleitet werden.

Alarmierung 13. März 2020 / 11:40 Uhr:

Es wurden 6 AdZS der Führungsunterstützung aufgeboten. Einrückort OKP Schwarz, Rüti / 13:00 Uhr. Die Stabsassistenten konnten sich dank dem Aufgebot bereits einen Überblick verschaffen, damit der Dienst am Montag der kommenden Woche reibungslos anlaufen konnte. Gespannt verfolgten die aufgebotenen AdZS die Pressekonferenz des Bundesrates, wo u.a. Einreisebeschränkungen und die ersten Einschränkungen für Restaurationsbetriebe beschlossen wurden. Ebenfalls werden die Schulen ab nächster Woche geschlossen bleiben. Dies löst dann bereits die nächste Kettenreaktion aus: Wie werden die schulpflichtigen Kinder der Mitarbeiter in den Pflegeinstitutionen betreut?

Montag 16. März 2020

Das Wochenende war warm und sonnig. Die Restaurants waren zwar angehalten, sich an die Regeln zu halten, aber es war absehbar, dass der Bundesrat die Massnahmen verschärfen würde. Damit wurde jedem nun wirklich klar – die Lage ist ernst!

Es standen diverse administrative und organisatorische Arbeiten an. Die aktuelle Lage wurde beobachtet, Nachrichten stündlich verarbeitet.

Der Antrag für die Benützung des Parkplatzes Schwarz, Rüti wurde bei der Gemeinde Rüti eingereicht und sehr schnell um 14:48 Uhr genehmigt.

Die Benützung der Turnhalle Schwarz, Rüti durch den Zivilschutz wurde mit der Schulgemeinde Rüti geklärt. Die Schlüsselübergabe an die ZSO Bachtel erfolgte sofort und die Halle kann ab sofort benutzt werden. Der Sitzgemeinde unserer ZSO, Rüti, ist an dieser Stelle zu danken für die schnelle und unkomplizierte Abwicklung unserer Bedürfnisse.

Ab diesem Tag war auch die Logistik der ZSO Bachtel anwesend. Nicht nur für die ZSO Bachtel sondern bereits auch für externe Partner.

Die Personalplanung für die Kalenderwochen 13-18 wurde durchgeführt. Die entsprechenden AdZS werden bei Bedarf aufgeboten. Diverse Betreuer und Stabsassistenten wurden über ein mögliches Aufgebot für die KW 13 / 23. März -29. März 2020 informiert.

Am Nachmittag stand bereits die nächste Pressekonferenz des Bundesrates auf dem Programm. Es wurden weitere Massnahmen getroffen, welche vor allem für das Gewerbe einschneidende Konsequenzen haben werden.

Dienstag 17. März 2020

Per Notfall-SMS wurden 10 AdZS der Unterstützung für den Aufbau und Bezug der Turnhalle aufgeboten.

Die Turnhalle Schwarz wurde für die Betreuer, Pioniere, Führungsunterstützung und Logistik eingerichtet.

Für die EBA (einsatzbezogene Ausbildung) Spitex – und Altersheimschulungen wurden 82 AdZS der Betreuung per Notfall-SMS auf den 18. März 2020 aufgeboten.

Zusätzlich wurde jeder AdZS mit einem Mail von Kommandant Oberstleutnant Markus Wanner über die aktuelle Situation informiert.

Die Zutrittskontrolle zum neuen «KP Turnhalle» wird zukünftig durch die Pioniere übernommen.

Unter der Leitung von C Telematik Leutnant Marc Elmer wurde der Kommandoposten in der Turnhalle Schwarz auch technisch aufgerüstet.

In Absprache mit der Swisscom wurden Leitungen gezogen, Internet aktiviert und Telefone installiert.

Der grosszügige KP soll nicht nur dem Zivilschutz, sondern auch RFS dienen.

Führungsstandort Turnhalle Schwarz:

Die Turnhalle Schwarz bietet der ZSO Bachtel genug Platz für ein «Rück». Die Mindestabstände zwischen Personen von 2 Meter können eingehalten werden. Sowohl im Aufenthaltsbereich wie auch im Kommandoposten (KP). Der Kommandoposten in der Turnhalle hat den KP in der Zivilschutzanlage abgelöst, wo in den engen Räumen die Einhaltung des Mindestabstands eine grosse Herausforderung gewesen wäre. Der KP in der Turnhalle bietet 5 «Telefonarbeitsplätze», drei separierte Arbeitsplätze für das Kommando, ein Platz für Sitzungen und etliche Laufmeter für die Präsentation und zum Aufbereiten der Lage.

Mittwoch 18. März 2020

Heute fanden die ersten Schulungen der Betreuer statt. Die Einrückungsquote der per Notfall SMS aufgebotenen AdZS war nicht vollständig. Zudem schieden bei der Triage bereits eine Vielzahl AdZS aus. Dies zeigte dem Kommando erneut, dass man in dieser Situation, wo die ganze Bevölkerung betroffen ist, die Krankheit und Verdachtsfälle auch nicht vor unseren Soldaten halt macht.

Die Schulungen wurden durch die SPITEX Bachtel durchgeführt. Dabei ging es u.a. um die Einweisung für die leichte Pflege im Spitexbereich. Die anwesenden Zivilschützer wurden, von den ebenfalls neu aufgebotenen Fahrern, zu den unterschiedlichen Standorten gefahren, um für einen Einsatz für die SPITEX optimal vorbereitet zu sein. Die Idee dieser EAB war klar – wir können die Spitex Organisationen ab dem Moment unterstützen wo Hilfe angefordert wird.

Zudem wurde der KP in der Turnhalle aufgerüstet. Trennwände zwischen den Bereichen wurden eingezogen und die Lagewand wurde vergrössert.

Zudem wurden technische Geräte aus dem ZSO Büro ins KP verschoben um noch effizienter arbeiten zu können und z.B. Plakate selber mit einem Plotter auszudrucken. Der Umbau der Halle Schwarz zum KP war damit praktisch abgeschlossen, wir haben alle Mittel, die uns zur Verfügung stehen an einem Ort zusammengezogen.

Ein erster Einsatz startete ebenfalls bereits heute: Für die Unterstützung im Altersheim in Bäretswil wurde ein AdZS eingesetzt. Er ist in erster Linie für den Support der Administration im Einsatz. Weitere Einsätze werden in Kürze folgen.

Donnerstag 19. März 2020

Der Donnerstag wurde genutzt, um eine saubere Übergabe zwischen den C-Lage zu gewährleisten. Das Einrichten der Telefon Hotline «Covid Helpesk» für die Gemeinden Bäretswil, Bubikon, Dürnten, Hinwil und Rüti wurde abgeschlossen und «scharf» gestellt. Ab sofort bieten wir der Bevölkerung unserer Gemeinden einen Vermittlerservice an! Wir vermitteln Personen, die Hilfe benötigen, mit Personen die Hilfe anbieten. Dieser Helpdesk wird künftig mit AdZS besetzt welche diese Koordination übernehmen. Aktuell wurden fünf Telefonplätze eingerichtet. Zudem wurde eine E-Mail-Adresse als «digitales Einflugloch» erstellt und in Betrieb genommen.

Weitere AdZS wurden in den SPITEX-Prozessen geschult.

Freitag 20. März 2020

Ein weiterer Tag mit einem Ausbildungsblock für die Soldaten. Das Kommando hat entschieden, dass Betreuer und Unterstützer (Pioniere) ab sofort in einem «Topf» verplant werden. Die Personalkapazitäten sind so deutlich besser nutzbar. Heute waren daher nebst Betreuern auch die ersten AdZS der Unterstützung in der Grundausbildung, welche wiederrum durch die Spitex Bachtel ausgeführt wurde. Der KP lief im Vollbetrieb und über die Hotline konnten bereits die ersten Vermittlungen gemeldet werden.

Samstag 21. März 2020

Am Samstag fand ein Rapport des regionalen Führungsstabs (RFS) Bachtel in unserem KP statt. Anwesend waren nebst dem Stabschef und seinem Stellvertreter Reto Mülli, Vertreter der ZSO Bachtel, der Kantonspolizei, der Gemeindepolizei, Vertretung der Feuerwehren, Leitung der Spitexorganisationen und Altersheimen sowie an Kommunikationsexperten des RFS und der Bezirksarzt. Unterstützt wurden sie beim Rapport durch Pioniere welche die Eingangskontrolle mit Triage durchführten und Stabsassistenten der ZSO Bachtel. Diese Sitzungen sind sehr wertvoll. Man kann direkt die Bedürfnisse und Sorgen der Partner einfangen um sich selbst eine Übersicht über die Lage machen. Die Konsequenz der Sitzung für die ZSO Bachtel war klar: Noch scheint das Ereignis bei allen Organisationen im Rahmen des Möglichen zu sein. Wenn man zwischen den Zeilen zugehört hat, wurde aber dem ZSO Kommando klar, der Moment wird kommen wo wir grossflächig und mit viel «Manpower» in den Einsatz kommen.

Um einen Ausfall der kompletten Führung unserer ZSO zu vermeiden, wird ab der nächsten Woche das Kommando in zwei Teams aufgeteilt. Diese werden wochenweise im Einsatz sein und sich bis zum Ende des Einsatzes nicht mehr persönlich sehen.

Montag 23.März 2020,

Der «Lock-Down» liegt eine Woche zurück. Die Anzahl der Infizierten in der Schweiz, hat sich über das Wochenende stark erhöht, auch der Kanton Zürich ist keine Ausnahme. Der KP wurde wieder um 7 Uhr in Betrieb genommen. Heute wurden insgesamt 27 AdZS zum «Unterstützer Betreuung» ausgebildet. Somit hatten wir am Abend eine Zahl von 91 AdZS welche die «EAB» durchlaufen haben. Die Einsätze bei den Partnern starteten heute in grösserer Zahl. Wir unterstützen die Stiftung «Züriwerk» in Bubikon, die Altersheime in Bubikon, Rüti, Hinwil und die Spitex Bachtel. Insgesamt waren heute 25 AdZS im «Fronteinsatz» bei Partnern.

Am Abend fand eine Telefonkonferenz mit den politischen Führungen unserer Gemeinden statt. In dieser Wurde ein «Kostendach» definiert, welches der ZSO erlaubt den Einsatz stark auszuweiten. In diesem Moment können wir unsere personellen Ressourcen vollumfänglich ausschöpfen, wenn es die Situation erfordert.

Ebenfalls heute haben wir von der Spitex Bachtel einige Fahraufträge, sog. «Rotkreuzfahrten» übernommen, welche laufend in den nächsten Tagen ausgeführt werden. Diese Dienste werden üblicherweise von Personen durchgeführt, welche jetzt risikobedingt nicht mehr eingesetzt werden können.

Dienstag 24. März 2020,

Die Aufträge waren analog zu jenen gestern. Das oberste Ziel ist, dass die AdZS so wenig wie möglich warten müssen. Deshalb wurde ab heute ein gestaffeltes Einrücken organisiert entsprechend den Einsatzzeiten. Die AdZS rückten in verschiedenen Schichten ein, angepasst auf ihren Einsatzort. Die Hotline war ab 8:00 Uhr besetzt. Der erste Rapport fand um 12:00 Uhr statt. Neu ist der Kleidertausch für alle AdZS obligatorisch alle zwei Tage, für AdZS im Fronteinsatz sogar 1x täglich.

Die ZSO Bachtel war wie folgt aufgestellt:

Total der AdZS 354

Total im Einsatz 66

Verfügbar 212

Die Lage präsentierte sich wie folgt:

Schweiz: Stand heute 8500 Infizierte, 66 Todesfälle

Kanton ZH: 1211 Infizierte, 5 Todesfälle

Zusätzlich schalteten wir auf unserer Homepage alle wichtigen Informationen gut sichtbar auf die vorderste Seite. Für die AdZS, aber auch für die Bevölkerung.

Aktive Einsätze:

Die meisten Einsätze sind Unterstützungsaufträge für die Alters- und Pflegeheime und Spitexorganisationen. Einerseits werden unsere AdZS benötigt, um Personal zu entlasten oder Personal zu ersetzen welches sich in Selbstquarantäne begeben hat – aus Altersgründen, weil sie zu einer Risikogruppe gehören, oder leider auch krankheitsbedingt.

200 Gemeinde Rüti

Eine Person unterstützt das Altersheim Breitenhof unter anderem bei der Eingangskontrolle. 1 Pfleger kümmerte sich um Demenzpatienten. 2 Personen unterhielten die Bewohner. Sie spielten und unternahmen kurze Spaziergänge. Weiter wurden die AdZS für Hausarbeiten eingesetzt, um das Pflegepersonal zu entlasten. Und genau darum geht es im Grundsatz: Die AdZS können das Pflegepersonal entlasten, damit diese sich auf die Pflege der Bewohner konzentrieren können. Der soziale Aspekt, wie die Spaziergänge, darf nicht unterschätzt werden. Man kann die Leute nicht «einsperren» und muss sich auch um das Gemüt kümmern.

300 Gemeinde Hinwil

Drei AdZS waren mit Bewohnern des APH Hinwil spazieren und einkaufen. Ein AdZS war ganztätig im Hausdienst unterstützend tätig. Er reinigte und desinfizierte die Tische und alles Mögliche, was man den Tag durch anfasst. 6 AdZS haben ab heute den Mahlzeitendienst der SPITEX Bachtel in Hinwil übernommen. Dieser Mahlzeitendienst wird üblicherweise von älteren Personen ausgeführt. Diese sollten die eigenen vier Wände aber zum Selbstschutz nicht mehr verlassen.

400 Gemeinde Bäretswil

Ein AdZS befindet sich noch immer als Support im Altersheim Bäretswil. Dieser AdZS wird vielseitig eingesetzt.

500 Gemeinde Bubikon

Heute waren 2 AdZS im Altersheim Sunnegarte im Einsatz. Der eine überwachte den technischen Dienst. Er kümmert sich nun um sämtliche Geräte in der Anlage und führte die entsprechenden Kontrollen durch. Die Unterstützung im Haus und technischen Dienst wurde nötig, da Krankheitsbedingt bereits Ausfälle zu verzeichnen sind.

4 Weitere AdZS waren wieder beim Züriwerk beschäftigt. 2 AdZS waren mit der Hauswartung beauftragt und reinigten und desinfizierten wiederkehrend die Räumlichkeiten.

Ab heute versorgt die ZSO das Züriwerk mit dem Mittagsmenü. Die Küche des Züriwerks ist geschlossen am Mittag. Unsere Küche / Logistik liefert ab sofort täglich 80 – 90 Mahlzeiten an die Institution für die Verpflegung der Bewohner und des Personals.

Mittwoch 25. März 2020,

Die Lage in der Schweiz ist weiterhin: 8836 Infizierte, 86 Tote; Die Zahlen von Bund werden zwar täglich aktualisiert, man merkt aber auch bei den Bundesbehörden – die Informationsflut muss erst bearbeitet werden. Im Kanton ZH war die Lage wie folgt: 1365 Infizierte, 7 Tote.

Das Kader beschäftigte sich heute intensiv mit den Personaleinsätzen für die kommende Woche. Per SMS wurden 49 AdZS aufgeboten. Die Personalplanung ist für alle eine Herausforderung. Auch unsere AdZS führen ein normales Leben und der Zeitpunkt wo fast jeder schon in Kontakt mit potentiell „kranken“ Personen gekommen ist, ist erreicht. Zudem versuchen wir, wo immer möglich Rücksicht auf die Arbeitgeber zu nehmen. Dies erfordert auch beim Aufgebot eine große Flexibilität und ständige Mutationen in der Personalplanung.

Der Stand des Gesundheitswesens ist unverändert, wir erhielten lediglich ein Dankesmail. Betreffend der Telematik haben wir eine Bestellung für die Headsets aufgegeben, welche morgen oder übermorgen geliefert werden sollen. Dies vereinfacht die Arbeit der Hotline enorm.

100 Gemeinde Dürnten

KEINE EINSÄTZE ERFORDERLICH MOMENTAN

200 Gemeinde Rüti

Wie am Vortag.

300 Gemeinde Hinwil

Wie am Vortag.

400 Gemeinde Bäretswil

Wie am Vortag.

500 Gemeinde Bubikon

Wie am Vortag. Zusätzlich lieferten wir heute der «Schule Friedheim» in Bubikon testweise 20 Mahlzeiten zum Mittagessen. Die Küche im Friedheim ist zwar noch in Betrieb, aber in der Eventualplanung ist die ZSO bereits als «Back-Up» vorgesehen.

Donnerstag 26. März 2020

Dispensierte AdZS: 21, krank gemeldete AdZS: 21, geplant im Einsatz: 80, verfügbar 227 => Total 349

Heute wurden die Personalplanungen für die nächste Kalenderwoche finalisiert. So erwarten wir am Montag genügend AdZS im Einsatz, um alle bereits geplanten Aufträge leisten zu können. Ebenfalls ist ein kleiner Personalpool im «Rück» geplant, um kurzfristige Einsätze übernehmen zu können.

200 Gemeinde Rüti

Unverändert

300 Gemeinde Hinwil

Unverändert

400 Gemeinde Bäretswil

Unverändert

500 Gemeinde Bubikon

Unverändert

Freitag 27. März 2020

Das Regio144 (Rettungsdienst) hat mit uns diese Woche eine Eventualplanung erstellt für den Fall, dass das Stammpersonal in grosser Anzahl krankheitsbedingt ausfällt. Dafür fanden wir 6 freiwillige AdZS, die sich nächste Woche in die Ausbildung beim Regio144 begeben. Diese Personen können vom Regio bei einem Engpass innert 48h eingesetzt werden und fahren im normalen Schichtbetrieb des Regio144 mit, bis sie nicht mehr benötigt werden. Die Aufgaben umfassen vor allem die Unterstützung in der Logistik am Einsatzstandort Rüti. Die Fahrzeuge werden für Einsätze vorbereitet, administrative Aufgaben werden erledigt und der Hausdienst wird übernommen. Wir alle hoffen, dass dieser Einsatz niemals nötig wird – aber wir sind bereit!

Die heutige Gesamtlage in der Schweiz präsentiert sich wie folgt: CH 11811 Infizierte, 194 Tote

Kanton ZH 1578 Infizierte, 11 Tote, Stand 27.3.2020 09.30

Heute wurden für die Information der Bevölkerung einige Arbeiten abgeschlossen. Es geht vor allem darum, die Bevölkerung zu sensibilisieren und auf unser Hilfsangebot aufmerksam zu machen. Denn gefühlt sind immer noch zu viele Personen der Risikogruppen auf den „Straßen unterwegs“. Trotzdem war es am Helpdesk heute eher ruhig. Zwei Vermittlungen konnten gemacht werden. Sehr erfreulich, der Helferpool wachst stetig! Die Einsätze der Betreuer liefen fast reibungslos. Einzig im Züriwerk wurde heute früh die komplette Mannschaft aus Sicherheitsgründen ausgetauscht. Die 5 Personen, welche im Züriwerk im Einsatz standen, wurden vorsorglich in die Selbstquarantäne geschickt. Der Gesundheitszustand wird ab sofort täglich abgefragt.

Per heute wurde an sämtliche AdZS der ZSO Bachtel ein Informationsschreiben versendet. Damit möchte das Kommando unsere AdZS sensibilisieren und sie auf einen möglichen Einsatz vorbereiten. Mit der Rückmeldung aller AdZS können wir auch die berufliche Situation jedes einzelnen anfragen. Das Ziel ist am Ende vor allem jene AdZS in den Einsatz zu bringen, die sich in Kurzarbeit befinden und Kapazitäten zur Verfügung haben. Jene AdZS, die beruflich eingespannt sind – oder gar in systemrelevanten Berufen arbeiten – können wir so noch effizienter filtern.

Und die Probleme des „täglichen Bedarfs“ gab es auch heute: eine Kanalreinigung löste uns das Problem. Dies zeigt wieder, wie vielschichtig die Probleme sind, mit denen man im Einsatzfall konfrontiert ist.

Wochenende 28 / 29.03 2020

Am Wochenende ist die ZSO ebenfalls im Einsatz. Im Fronteinsatz gilt es den Mahlzeitendienst der Spitex in Hinwil aufrecht zu erhalten. Dafür werden dieselben Personen eingesetzt, welche diesen Dienst bereits die ganze Woche übergefahren haben.

Das Kader war ebenfalls anwesend, um die Übergabe an das „Team Wendel“ der nächsten Woche abzuschliessen. Die Übergabe ohne direkten Kontakt ist alles andere als einfach und eine Herausforderung. Der Wissenstand muss 1:1 übertragen werden, um Doppelspurigkeit und Unklarheiten zu verhindern.

Wie jeden Samstag fand die RFS Sitzung wieder statt. Diesmal um den direkten Kontakt zu vermeiden per Videokonferenz. Es wurden einige Gedanken für die weitere Planung ausgetauscht. Grundsätzlich sind die Partner des Gesundheitswesens aber nach wie vor gut aufgestellt. Mit eigenem Personal kann die Grundversorgung sichergestellt werden – für den Einsatz der ZSO Bachtel wird gedankt. Und sie wissen alle, im Notfall kann die ZSO Bachtel einspringen. Wir hoffen, dass auch diese Personen, die jetzt täglich mit vielen Problemen konfrontiert sind, sich einige ruhige Stunden gönnen können.

Und ein kleiner Einsatz ist noch zu erwähnen. Ein älterer Herr hat sich über die Hotline gemeldet: Er hat für seine Frau im Altersheim Osterkuchen gebacken. Weil er das Haus nicht verlassen soll und wegen der Besuchersperre im Altersheim, ist es ihm aber nicht möglich, diese direkt vorbei zu bringen. Er hat die Backwaren im Milchkasten deponiert. Ein AdZS welcher im Fahrdienst war, hat diese dann dem Pflegepersonal des Altersheims überbracht.

Es ist eine Kleinigkeit, aber solche Einsätze zaubern uns ein Lächeln auf das Gesicht.

Montag 30. März 2020

Die Lage in der Schweiz hat sich über das Wochenende wie folgt entwickelt (Stand: 29.03.2020 8 Uhr):

CH: 14'336 infizierte Personen, 257 Todesfälle; Kt. ZH: 1'654 infizierte Personen, 15 Todesfälle

Die aktuellen Zahlen der ZSO Mitglieder sind wie folgt:

Dispensierte AdZS: 20, krank gemeldete AdZS: 23, geplant im Einsatz: 69, verfügbar 237 => Total 349

Haupttätigkeiten sind weiterhin die Unterstützung der Gesundheitspartner, wie zum Beispiel Transporte für die Spitex oder Mahlzeitlieferungen. Weiter werden die Ausbildungen für die Regio144 geplant, welche in den nächsten Tagen stattfinden werden.

Eine erfreuliche Nachricht ist, dass die ZSO Mitglieder, welche sich vorsichtshalber in Selbstquarantäne befinden, stand heute, keine Symptome aufweisen.

Nachfolgend noch der Stand aus den Gemeinden:

200 Gemeinde Rüti

Unverändert

300 Gemeinde Hinwil

Unverändert

400 Gemeinde Bäretswil

Unverändert

500 Gemeinde Bubikon

Unverändert

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